Wien, 20.07.2005


 Zielsetzungen im tierschutz-, artenschutz-, naturschutz-, veterinärrechtlichen Bereich der

 

C.O.M – AUSTRIA

Confederation Ornithologique Mondiale            Anschlussverbände:


  • ÖKB  gegr. 1929 (Österr. Kanarienzüchter u. Vogelliebhaberverband) ältester Vogelzuchtverband Österreichs.

  • RÖK ( Rassenzuchtverband österr. Kleintierzüchter Sparte Vögel gegr. 1979)

  • ÖKB u. RÖK  zusammen ca. 250 Vereine mit ca. 3.000 Mitgliedern  davon ca. 2.500 Ringbezieher

  • Nicht angeschlossener Verbände:

  • ÖWV (Österreichischer Wellensittichzuchtverband) gegr. 1975  ca. 200 Mitglieder

  • IVÖ (Interessengemeinschaft der Vogelhalter und Vogelzüchter Österr.) gegr.1995  ca. 250 Mitglieder.

  • I. Ringe


  1. Ringe mit vom Ministerium anerkannten EU Artenschutzrechtlichen Landeskennzeichen „A“.

  2. Am Ring muss ersichtlich sein: Verbandsbezeichnung - Landeskennzeichen - Züchternummer - Vereinsnummer - Zuchtjahr - Laufende Ringnummer (001 - ???)

    ZB. ÖKB od. RÖK- A10- 23/05- 095   (ÖWV, IVÖ)

    II. Zielsetzungen

    1.Alle genannten Verbände sind Vogelliebhaberzuchtverbände mit dem Ziel der tiergerechten

    Haltung u. Aufzucht unter Einbeziehung  aller Tier- Artenschutz- Naturschutz- und Veterinäraufträgen.

    2. Eines der wichtigsten Gebote ist die Erhaltungszucht  unter dem Motto Arterhaltung durch Zucht“ für alle uns anvertrauten Individuen.


3.      Das Ziel zu erreichen dass zukünftig keine wie immer gearteten Individuen zu                                            Liebhaberzwecken aus der Natur entnommen werden müssen.


4.  Das Brauchtum als Liebhaberei hat in unseren Zuchtverbänden u. Vereinen schon seit

Jahren keine Berechtigung bzw. sehen wir darin keine Notwendigkeit, da speziell Vögel die  diesem Brauchtum unterliegen in Österreich bzw. in Europa zu tausenden, bereits in zig. Mutationsfarben, nachgezüchtet werden und so wieder in den natürlichen Kreislauf  der Liebhaberei einfließen.


Naturentnahmen (Wildfänge im allgemeinen) sollten nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen

zB. Verbesserung der Genstruktur u. Vermeidung von Gendefekten in bestehenden Beständen, in geringen Maße unter Bedachtnahme der naturschutzrechtlichen Aufträge möglich sein.


  1. Die Verpflichtung durch Ausstellungen (nach BGBL.II  Nr. 493/2004) jährlich den Mitgliedern in

    Verbänden u. Vereinen ihre Nachzuchten  dem schon  großteils naturentwöhnten Besucher, vor allem der Jugend näherzubringen. Jeden Züchter muss das Recht eingeräumt werden seine Tiere ausstellen zu dürfen.

  2. Wichtige Naturschutzaktivitäten wie Nistkastenbau, Winterfütterung u. ornithologische Feldbeobachtungen (ein Grossteil des heutigen Wissenstandes stammt aus diesen Aktivitäten).

  3. Weiterbildungsvorträge, Aufklärungsarbeit im Bereich des heutigen Wissenstandes.

  4. Standardverbesserungen im Bereich der Rassenzucht, speziell die Vitalitätskriterien der biologische  Anforderungen aller Vogelsparten zu gewährleisten.

      5.  Mitglieder des IVÖ bemüht sich um die Wiederansiedlung  des Rebhuhnes  in den d                                  Umlandgemeinden Salzburgs.

        6..  Förderung und Erhaltung des 500 jährigen Kulturgutes „Harzer Edelroller“ ! 


          III. Tierhaltung

         1.  Vogelhaltung  als Priorität zur 2. Tierhaltungsverordnung BGBL. II  Nr.486/2004.

 

         2. Leider sind in der ersten Fassung noch einige Punkte der Volierengrößen nicht befried.-

            ZB. Agapornidenkäfig, gehören neu überdacht !


   

             IV. Vogelausstellungen


1. Die TSch-VeranstaltV BGBL. II Nr. 493/2004 geht mit unseren      Ausstellungsbestimmungen bis


     auf Klasseneinteilungen - Preisvergabebestimmungen konform.


2.   Ein wichtiger wesentlicher Punkt der uns vom Brauchtum unterscheidet ist der, dass


      bei unseren Vogelausstellungen, Wildfänge zur Prämierung nach § 2. (2) verboten sind.


3.Alle Vögel die öffentlich zur Prämierung (egal welcher Sparte) vorgesehen sind, sind Nachzuchten die

nach  biologischen Anforderungen, tier- u. artenschutzrechtlichen Kriterien (BTSchG) bei unseren Verbänden u. Vereinen registrierten Züchtern  entstanden sind, müssen mit den nach I. 1u.2.  unserer Zielsetzung geforderten der Art entsprechenden geschlossenen Ringen, ohne Ausnahme beringt sein.

 

4. Als Nachweis wird auch ein gesetzlich vorgeschriebener Register BGBL. II Nr. 493/2004 § 4.   als                  Ausstellerkatalog geführt.


5. Europ. Sperlingsvögel (Passeriformes) zB. Fringillidae (Cardueliden) u. Vögel die einer

gesetzlichen WA-Kennzeichenverordnung  II NR. 321/98 unterliegen müsse auch wenn sie nur für eine Rahmen- Repräsentationsschau, Verkauf od. Tausch vorgesehen sind mit gültigen Ringen versehen sein, in diesen Fall können es auch Ringe mit einen Nachweis von einem anderen EU-Land sein.


6. Es gibt leider bei der jetzigen Fassung der TSch-VeranstaltV noch einige Fehler und  Ungereimtheiten, die       noch ausgeräumt gehören.


V. Nachzuchten in ihrer Vielfalt u. Häufigkeit


Es lässt sich nachweisen das durch die Bestrebungen der Züchter u. Zoos in Europa, Amerika, Asien u. natürlich in großem Maße in Österreich, von den weltweit geschätzten Artenvorkommen von  ca. 9000 vor allem für unsere Liebhaberei geschätzten Psittaciformes u. Passeriformes die zusammen ca. 60 % des Artenvorkommens ausmachen, wiederum grob geschätzt nahezu 1000 Arten regelmäßig, viele davon schon im Vorstadium der Domestikation (Afrik. Asiat. Australische Arten wie Papageien, Großsittiche u. Prachtfinken, Europ.u. Außereurop. Fringillidae, sowie eine Anzahl Insektenfresser ect.) nachgezüchtet werden und so nicht mehr aus der Natur entnommen werden müssten.


Vielleicht ein Beispiel: Australien hat schon 1961 ein Exportverbot für alle ihrer Arten verfügt, in  diesen 45 Jahren konnten nach anfänglichen Schwierigkeiten ein Großteil, vor allem Plattschweif-sittiche (Psittacidae), Kakadus (Cacaduidae), Loris (Loriidae ) u. Prachtfinken (Estrildidae)  millionenfach nachgezüchtet werden u. viele von diesen Arten bei Züchtern u. Zoos einen größeren Bestand darstellen als in der Natur selbst, zB. Glanzsittich, Gouldamadine ect..

Oder der Kapuzenzeisig (Sp. cucullatus) aus Venezuela auf Liste A stehend, wird weltweit bei  Züchtern millionenfach nachgezüchtet u. hat nahezu schon Kanarienstatus.


Es zeigt wie wichtig diese züchterische Arbeit bei Liebhabern u. Zoos für diesen Bereich geworden  ist und für die Zukunft ein nicht mehr wegzudenkender Faktor für unsere drohende  Umweltveränderung.


 

CONFEDERATION

ORNITHOLOGIQUE

MONDIALE

 

C.O.M – AUSTRIA

Tier.- Artenschutzbeauftragter

TSchG-V Co-Autor

 

Othmar Sieberer e. h.