Fragen mit Antworten für angehende Preisrichter und Züchter!  Antworten in Kurzform gehalten!                                         

Bzw.: Interessanter Lehrbehelf > Lehrstoff für Vogelzüchter (Tierzüchter).

Von Othmar Sieberer, OMJ Preisrichter (21.08.2014)

Allgemeine Genetik:

1. Beschreibe den Aufbau der Zelle? 

Ureinheit des Lebens > Protoplasma  (Zentralkörperchen ect.) > Zytoplasma > ein fest eingefügten Körper den Zellkern (Nukleus).

2.  Beschreibe den Inhalt des Zellkernes?

Die Zellkerne jeder Körperzelle besitzen u.a. Eiweißfäden die als Chromosomen bezeichnet werden, besonders wichtiger Bestandteil der Zelle > DNA Knäuel Chromatin > Chromosomen > Träger der Erbsubstanzen. In Gesamtheit der Chromosomen, trägt jedes Chromosom identische Erbinformationen.

3. Aus was besteht die DNA (engl.) DNS?

Aus Desoxyribonukleinsäure  (DNS) > sämtliche genetische Information tragende Substanz in Chromosomen > aus einer Aneinanderreihung von vier immer gleichen chemischen Substanzen, (Z) u. (P), den sogenannten Basenverbindungen der Nukleotite > (A) Adenin, (C) Cytosin, (G) Guanin, (T) Thymin > strickleiterartig  > Molekül schraubig zu einem Doppelstrang verbunden > beide Stränge sind komplementär (einzel) aufgebaut.

 4. Was sind Chromosomen?

Träger der Erbanlagen  > Chromosomen werden während der Meiose oder Mitose aus dem Chromatin sichtbar. Das Chromatin spiralisiert  sich und es entstehen sichtbar (in 4 Verpackungsschritten) die Chromosomen. Diese sind längsgeteilt. Eine Chromosomenhälfte nennt man Chromatid.

5. Was ist ein Gen?

Sind ein Abschnitt auf den Chromosmen (umfasst  tausende Basenverbindungen) > haben die Erbanlagen für die Informationen der Erbeigenschaften.

6. Wo befinden sich die Gene?  Wie sind Gene angeordnet?

Auf den Chromosomen > sind linear angeordnet.

7. Was ist ein  Chromatid?

Eine Chromosomenhälfte.

8. Aus was bestehen die Chromosomen?

DNA (engl. acit) > DNS > Chromatin > Chromosomen.

9. Worauf befinden sich die Erbinformationen?

Auf den Chromosomen.

10. Wie nennt man eine Änderung eines Gens? Was passiert hier?

Mutation (Erbsprung) > Veränderung  einer  Basenkombination.

11. Was ist die Doppelhelix?

Besteht aus der DNA > in spiralisierter Form, doppel Strang

12. Nenne die 4. Basenverbindungen?  Wo befinden sie sich?

A,C,G, T,  > bestehend aus einer bis zu tausende Nukleotite zusammen gesetzten Strängen in der Superhelix (Chromatiden).

13. Was ist ein Komplementärstrang?

Einzelstrang (Chromatid).

14. Können sich mehrere Chromosomen in einen Zellkern befinden?

Ja,  84 bei Kanarien.

15. Beschreibe sie Mitose?

Ist „asexuell“ indirekte Zellteilung, Vermehrung der Zellen durch Teilung > geht in 4 Schritten (Phasen) vor sich, wobei sich baugleiche Tochterzellen (doppelter Chromosomensatz 2n) in weiteren Tochterzellen bilden > diploid 2n, 4n, 8n, 16n, 32n usw.

16. Beschreibe die Meiose?

Die Geschlechtliche Fortpflanzung:                                                                                                    Ist „sexuell“ Reifeteilung  > Reduktionsteilung  (Geschlechtsreife) > aus Urkeimzellen >  Keimzellen (Hoden –Eierstöcke) > Samenmutterzellen > Eimutterzellen>   besteht aus 1. Reifeteilung (Eizelle haploid n)und                                                    

2. Reifeteilung (wie Mitose diploid 2n) > entstehen 4. Samenzellen. Bei Befruchtung der Eizelle (Zygote) geht der Vorgang in die Wachstumphase über > in die Mitose.

17. Wo befinden sich die Keimzellen? Nenne den Unterschied zu den Körperzellen?

In den Samen und Eizellen, halber Chromosomensatz.  Körperzellen voller Chromosomensatz.

18. Wie nennt man die Keimzellen noch?            

Gameten.

19. Wie nennt man die Eizelle noch?

Befruchtete Eizelle > Zygote

20. Was ist ein Genom?

Alle Chromosomen einer Zelle > Genom

21. Beschreibe crossing over? Wo passiert es?

Während der Entwicklung der Keimzellen aus den Urgeschlechtszellen (der Meiose) kann es zum Abreißen von Teilstücken der Chromosomen (Chromditen) kommen. Diese Teilstücke können sich dann an anderer Stelle, in anderer Lage oder an das Schwesterchromosom wieder anheften. Nur so kann es zum Austausch genetischen Materials kommen. Diesen Austausch nennt man „crossing-over", „Faktorenaustausch" oder „Rekombination gekoppelter Gene".

22. Was verstehst du unter „ Multiple Allelie?

Durch Mutation, zwei Erbeigenschaften auf einen Genort-Lokus (Allelie).

23. Nenne sie?

Verdünnt d und Satinet sa (Geschlecht gebunden. (d dominiert über sa).       

Onyx ox und Opal op  (Co- Dominanz),  Vererbung frei. Aussehen intermediär.                                                                                                             

Phaeo (ph) und Topas (tp) (Co-Dominanz), Vererbung frei. Aussehen intermediär.

24. Das Mendelsche Gesetz, Beschreibung, zeichne ein Beispiel für die 2. Spaltungsregel?

1. Uniformitätsregel                                                                                                                                       2. Spaltungsregel                                                                                                                                            3. Unabhängigkeitsregel

25. Wie bezeichnet man die Geschlechtschromosomen?

XX Chromosom männlich      XY Chromosom weiblich

Vererbung  geschlechtsgebunden >  ein Chromosom bestimmt das Geschlecht bzw. eine Anzahl von Erbeigenschaften die an diese Chromosom gebunden sind. 

26. Nenne alle Vererbungformen?

autosomale Vererbung  > frei rezessiv  > frei dominant  > frei intermediäre Vererbung  >  gonosomale  Vererbung  > geschlechtsgebundene rezessive Vererbung 

27. Worauf befindet sich das Gen für Mosaik?

auf dem Geschlechtschromosom (u)

28. Beschreibe Beispiele einer Genkombination?

Gene die einander gekoppelt vererbt werden, weil sie auf demselben Chromosom liegen > alle geschlechtsgebundenen  Mutationen.                                                                                                                                            

Die Mutationen die gemeinsam einer multiplen Allelie unterliegen. 

 Freie Vererbungsformen wie zB. opal, onyx, kobalt, Phaeo, Topas,  sind immer an (oxydierten –verdünnten) SSDD,ssdd, SsDd S-D-, s-d-gebunden.

29. Wo kommen sie vor?                                                                                                                                   Z.B.: SSDD SsDd ssdd > Dddsa -  dd dsa - dsa dsa  

 bzw. Opal – Onyx     Phaeo-Topas

30.  Wie nennt man Erbbild u. Sichtbild noch?

Genotyp  >  Phänotyp

31. Aus was entsteht die Entwicklung eines Wesens?

Aus der Wachstumphase (Zellteilung)  der Körperzellen (Mitose)

32. Woraus besteht ein Gen?

Ein Gen besteht immer aus zwei  Allelen; > jeweils zwei Allelen, die an den deckungsgleichen Stellen (Genort od. Loci) der beiden Chromosomen sitzen, bilden ein Gen.

33. Da befruchtete Eizellen wieder den kompletten Chromosomensatz besitzen, sind immer zwei Allele eines Gens vorhanden. Jede dieser Allele kann unterschiedliche Erbinformationen tragen:

1. beide Allele sind unmutiert   2.  eines der der beiden Allele  trägt eine mutiert Information

3.  beide Allele tragen eine gleiche mutierte Information  4. beide Allele tragen unterschiedliche mutierte Informationen

 Nenne bzw. beschreibe diese, z.B. :  Bei Verdünnungsfaktor, Opal

1. DD   2. Dd  3. dd  4. dd dsa            OpOp  Opop  opop  opox

34. Was bildet sich bei der Zellteilung  aus dem Chromatin?

die Chromosomen

35. Ist die Eizelle beweglich?

nein

36.  Ist die Samenzelle beweglich?

ja

37. Welche ist die Größere?

die Eizelle

38. Wie oft ist der Chromosomensatz in der Geschlechtszelle vorhanden?

nur einfach

39. Weshalb ist dies so?

bei der Verschmelzung von Ei und Samenzelle, die beiden nur den einfachen Chromosomensatz besitzen, entsteht so die erste Körperzelle mir den doppelten Chromosomensatz, der bei allen anderer sich durch Teilung ergebender Körperzellen bestehen bleibt: wäre das nicht der Fall , so würde sich bei jeder Generation der Chromosomensatz verdoppeln: die Anzahl würde dann also gegen unendlich streben

40. Durch welche Art der Teilung wird verhindert, dass die Keimzelle einen doppelten Chromosomensatz  besitzen?

durch die Reduktionsteilung, auch Meiose genannt

41. Weshalb spricht man von geschlechtsgebundener Vererbung

weil die Gene für das entsprechende Geschlechtschromosom  am X angesiedelt sind

42. Weshalb spricht man von freier Vererbung?

weil die Gene für das entsprechende Merkmal nicht auf dem Geschlechtschromosom angesiedelt sind und sich somit unabhängig vom Geschlecht vererben  = frei

43. Ändert sich bei einer Mutation das Sichtbild immer?

nein, da es sich um eine rezessive Eigenschaft handeln kann

44. Gibt es eine Geschlechtsgebundene intermediäre Vererbung:

zur  Zeit bei Kanarien und Cardueliden noch keine bekannt

45. Was versteht man unter P-Generation:

Elterntiere

46. Was bedeutet F1, F2, ect.?

Filialgeneration – Nachfolgegeneration

47.  Was bedeutet Selektion?

Auslese – mit deren Hilfe ein Merkmal abgeschwächt, gefestigt oder gesteigert werden kann

48. Wo spricht man von einer sichtbaren Spalterbikeit?

bei einer im Sichtbild auszumachenden Spalterbigkeiten eines rezessiven Faktors, einer  sogenannten Co -Dominanz z.B. multiplen Allel > phaeo-topas, opal-onyx

49. Was versteht man unter haploid?

einfacher Chromosomensatz in Geschlechtszellen Chromosomenpaares

50. Was versteht man unter diploid?

doppelter Chromosomensatz in Körperzellen

51. Welche Faktoren sind von der freien Vererbung ausgenommen?

alle Geschlechtsgebundenen Faktoren

52. Was versteht man unter Dimorphismus?

Geschlechtsunterschied – unterschiedliches  Aussehen der Geschlechter z.B. Mosaikfaktor (dimorphic eng), Bezeichnung für Mosaik.

53. Was versteht man unter einfaktorig?

das entsprechende Merkmal ist nur auf einen Gen des Genpaares vorhanden zB. dom. weiß Ff

54. Was versteht man unter Vererbung?

Übertragung elterlicher Erbmerkmale an die Nachkommen

56. Was versteht man unter Letal?

nicht lebensfähig

57. Was versteht man unter heterozygot?

spalterbig  > einfaktorig

58. Was versteht man unter homozygot?

reinerbig > doppelfaktorig

59. Woher kommen alle Zellen eines Organismus?

Sind Abkömmlinge einer befruchteten Eizelle (Zygote), aus ihr geht ein neues Lebewesen hervor.

60. Wann ist Sichtbild (Phänotyp) und Erbbild (Genotyp) gleich?

bei reinerbigen Erbfaktoren

61. Was versteht man unter Genmutation?

Mutation die die Erbinformation nur eine Genes verändert

62. Was versteht man unter Domestikation bei Tieren?

Haustierwerdung, die das Sichtbild und Erbbild verändert

Angewandte Genetik:

1. Aus was besteht  das Melanin?

Melanine sind Abkömmlinge von Aminosäuren und somit aus Körper eigenen Stoffe gebildet.

Es werden zwei Formen nach Struktur und Löslichkeit unterschieden.  

Eumelanin ist stäbchenförmig und sehr schwer in Lösung zu bringen.                                                                    

Phaeomelanin ist rundlich geformt, lässt eine weitere Aminosäure, Cystin, als Anhang erkennen und ist leichter löslich..                                                                                                                                                        Das Eumelanin ist schwarz oder dunkelbraun, das Phaeomelanin ist braun oder gelblich, ohne fließende Übergänge zwischen Eu.- und Phaeomelanin, bzw. mit dem Unterschied, dass ein großer Teil des braunen Eumelanin in schwarzen Eumelanin weiterverarbeitet wird.    

Durch Selektion und Mutation, kann man als Auslese, auf schwarzes bzw. braunes Eumelanin hinarbeiten (Schwarz oder Braunvogel).

2. Aus besteht das Zeichnungsmelanin bzw. das Flächenmelanin?

Bei klassischen Melanin Vögel prägt das Gesamtbild ausschließlich Eumelanin das Zeichnungsmelanin und Eumelanin, wie auch Phaeomelanin das Flächenmelanin.

3. Durch welche Faktoren kann das verändert werden?

Durch Umwandlung – Transformation des Phaeomelanin in Eumelanin zB. opal, onyx,  der Grauflügelfaktor eine veränderte Ablagerung des Eumelanin.

4. Was versteht man unter Oxydierten und Verdünnten Kanarien?

Schwarz oder Braun Vögel  bzw. Achat und Isabell Vögel

3. Was ist der optische Blaufaktor?

Ein Erbe des Kapuzenzeisigs, ist ein Phaeomelaninverdränungsfaktor des Flächen-und Zeichnungsmelanins. Wobei die verbleibenden Zeichnungs-und Flächenmelanine hervorgehoben werden, dass vor allem bei den Melanin Mosaikkanarien zum Tragen kommt.                                                                                                                                           

Hat aber nichts mit dem nach Henninger benannten schwachen  optische Blaufaktor (Zitronfaktor) zu tun, der auch als Licht - Refraktionsfaktor bekannt ist, der seine Wirkung auf die Grundfarbe (Fettfarbe-Lipochrom) zeigt.

4. Wie wirkt der Faktor Intensiv (Ii) auf das Melanin?

Eine verdrängende  Wirkung auf das Phaeomelanin als Flächenmelanin (absorbierende Wirkung).

5. Was sind Carotinoide?

Carotinoide sind natürliche Pigmente, die in der Natur vorkommen, als gelbe bis rote Naturfarbstoffe z.B. Karotten, Paprika, Tomaten, Eigelb der Vögel und viele mehr.

6. Was sind Lipochrome?

Man bezeichnet für die Gefiederfärbung unserer Kanarien,  die in Fetten lösliche Pigmente als Lipochrome oder als Fettfarbe, oder Begriff der großen Stoffgruppe „Carotinoid“ , eigentlich Carotinoide oder exakt Xanthophylle (Kanarienxanthophyll), die über Pflanzliches Futter aufgenommen werden müssen. Vitamin A wird im  eigenen Körper erzeugt, dazu benötigt er bestimmte Carotinoide die in Pflanzenteilen als Provitamin A enthalten ist (synthetisch Beta-Carotin).                                                                                                                                                    

Der in Pflanzen enthaltene gelbe Ausgangsstoff  Lutein wird zu zwei farblich sehr unterschiedlichen Lipochrome umgewandelt und zwar bei gelbgrundigen Kanarien, wird das Kanarienxanthophyll gebildet, aus demselben Lutein bei den rotgrundigen Kanarien, Canthaxanthin, erblich bedingter Vorgang bei der Einkreuzung des Kapuzenzeisigs.                  Zum Lipochrom des Kapuzenzeisig, an einer anderen Stelle!

7. In welchen Farben gliedern sich die Lipochromvögel?

gelb, rot, gelbivoor und rotivoor, weiß dominant, weiß rezessiv

Rotaugen: lutino (ivoor), rubino (ivoor) albino (dominant und rezessiv)

8. Was bewirkt die Mutation dominant weiß?                                                                                                                         

Vererbung: frei dominant (vorherrschend )                                                                                                                                         Teilweiser Ausfall des Fettfarbenentwicklungsfaktor F zu f - Lipochrome lassen sich durchaus weiterentwickeln, dadurch Farbreste gelb – rot (ivoor) an den Schwungfedern sichtbar.                                                                                                   

Vererbung frei, einfaktorisch  f zu F rezessiv, aber in der Wirkungsweise dominant  (vorherrschend).                                                 

Formel:  FF, Ff (einfaktorig)  ff (zweifaktorig letal?)                                                                                                                  

Bleibt noch eine Frage zu klären(schramm): warum sind doppelfaktorische Dominantweiße nicht lebensfähig (letal)?  Allein das vollständige Fehlen der Lipochrome, kann nicht zum Tode führen?

9. Was bewirkt die Mutation rezessiv weiß?                                                                                                                                 

Vererbung:  frei rezessiv (zurücktretend).                                                                                                                                    Ein durch Verlust bzw. Störung des Karotinaufnahmefaktor K, der für die Bildung vonLipochrome und Vitamin A verantwortlich ist. Ein Vogel mit dieser Störung kann weder Lipochrome bilden und  ist auf Grund des Vitamin A- Mangels nur bedingt lebensfähig.                                                                                                                                                    

Dieser Mangel lässt sich durch Beigabe von Vitamin A beheben, heute kein Thema, bei der Zucht von rezessiv weißen Kanarien, es ist Tatsache dass dieser Mangel auch, durch den Futtermittelherstellern, durch ausreichende Beigabe von Vitamin A im Aufzucht und Konditionsfutter behoben werden konnte.                                                                                                                                                                                      

Formel: KK (lipochromfärbig),  Kk (lipochromfärbig/rez. weiß), kk (rezessiv weiß)

10. Was hat es mit der gelb – rot Vererbung auf sich?

Vererbung: frei rezessiv - intermediär

Gelbgrundigen Lipochrom-Kanarien (Farbgen G) sind genetisch durch Aufnahme von Lutein (über pflanzliche Stoffe) demnach Bildung von Kanarienxanthophyll,  auf gelbes Lipochrom geprägt. Sie können aus diesem Grund keine roten Farbstoffe entwickeln.                                                                                                                                                    

Durch das Einkreuzen (Genidruktion) des Kapuzenzeisigs (1915 durch Matern, Dahms) wurde der Farbgen R in das Erbgut des gelben Kanarienvogel,  eingebracht. Das rote Gefieder des Kapuzenzeisigs wird durch Canthaxanthin hervorgerufen, wie schon in Frage in Frage 6. beschrieben, wird bei rotgrundigen Kanarien, durch Umwandlung des Luteins, dass rote Lipochrom, Canthaxanthin gebildet. Der Kapuzenzeisig besitzt beide (gelbe und rote) Xanthophylle in unterschiedlicher, untrennbarer (ca. 1/3 gelb, 2/3 rot) Menge. Der geringe Gelbanteil wird vom optisch stärkeren Rotanteil überdeckt  Auch ersichtlich, bei fehlender Zufütterung von Carotin haltigen Stoffen (Pflanzlich, synthetisch Provitamin A Beta-Carotin oder Canthaxanthin), wird das Gefieder nur mehr orange.                                                                                                                                                          

Julius Henninger 1962,  hat sich diese Tatsache zunutze gemacht und die Vogelfarben gelb und rot, in  das Erbsystem  VF 1 – 17 (für dom weiß VF 12-18) eingebracht. Mit der Symbolik GG für vollgelb und RR für vollrot, womit 9 Möglichkeiten (siehe Mappe Seite 78)  von gelb – rot Kombinationen möglich wurden.    

ZB. :  GGrr  für vollgelb, ggRR für vollrot und dazwischen alle Spaltmöglichkeiten. Vererbung  GGrr x  ggRR intermediär, eben Spaltorange.                                                                    

Den Vollweißen ggrr (letal?) ist aber nur hypothetisch und genauer biochemisch zu hinterfragen!

11. Nenne rezessive Erbfaktoren?

Karotinaufnahmefaktor (k) rezessiv weiß                     

Gelbausfärbungsfaktor (g)                                                                                                                                          

Rotausfärbungsfaktor   (r)                                                                                                                                                       

Optischer Farbfaktor  (zi), gegenüber (Zi) intermediär                                                                                                             

Optischer Blaufaktor (ob)                                                                                                                                                        

Eumofaktor (eu)                                                                                                                                                               

Kobaltfaktor (ko)                                                                                                                                                                 

Phaeofaktor (ph)                                                                                                                                                                  

Topasfaktor(tp)                                                                                                                                                                

Opalfaktor (op)                                                                                                                                                               

Onyxfaktor                                                                                                                                                (ox)

 12. Nenne geschlechtsgebundene rezessive Erbfaktoren?

Schwarz.- und Braunfärbungsfaktor (Ss) bzw. (Sd) dominant.                                                                 

 Verdünnungsfaktor (d)                                                                                                                                                  Satinetfaktor (sa) bzw. mult. Allele (d) über (sa) dominant                                                                                                                                                    

Pastellfaktor (pa)                                                                                                                                                              

Ivoorfaktor (iv)                                                                                                                                                                 

Mosaikfaktor (u)                                                                                                                           

Geschlechtbestimmungsfaktor (x)  

13. Nenne dominante Erbfaktoren?

Fettfarben Entwicklungsfaktor (f) dominant   weiß .                                                                                        

Intensitätsfaktor (i)                                                                                                                                                                  Haubenfaktor (h)                                                                                                                                                    

Superoxidationsfaktor (so)                                                                                                                                                    

Scheckungsfaktor (c)

14. Was könne rezessiv und dominant weiße Kanarien, in Bezug auf Lipochrom noch sein?

Eine Kombination die existent ist, aber optisch nicht in Erscheinung treten kann, da ein Merkmal die Ausbildung des anderen unmöglich macht.                                                                                                                                         

Intensiv (Ii), schimmel (II) beide Varianten sind immer Träger dieser Faktoren, obwohl durch die Gefiederstuktur, es unschwer zu erkennen ist.                                                                                                             

Ivoorfaktor (iv), 

Mosaikfaktor (u) 

15. Was versteht man unter Lipochrom Rotaugen?

Diese Spielart aufgehellter Vögel wird auch Ino genannt.                                                                

 Weißgrundige Spielart Albino , gelbgrundig Lutino, rotgrundig Rubino.  Ino Kanarien sind keine Albino (mm), sondern nur Vögel mit völlig verdünntem, somit verloren gegangenem Melanin. Dadurch erscheinen uns diese Vögel im Phänotyp wie aufgehellte Kanarien mit roten Augen. Diese Vögel sind genotypisch Phaeo- bzw. Satinetkanarien.

16. Aus eine Verpaarung  rotaugen(albino)  rezessiv weiß x rotaugen (albino) rezessiv weiß, sind auch Vögel mir schwarzen Augen gefallen, warum?

In diesem Fall war einer im Genotyp satinet der andere phaeo.

17. Mache die Erbformel daraus?

kk PhPhsasa x kk phph

18. Zeichne das Erbquadrat dazu?

Extern Erbformular zu Frage 18.

19. Schreibe zu folgenden Vögel (Hähne) die Erbformel?                                                                                                                                                                                                                                                                                             

schwarz/achat/onyx/ivoor  SS Dd Oxox Iviv                                 

schwarz/braun/pastell + intensiv Ss DD Papa Ii.                                                                                                  

braun satinet rez.weiß ss sasa kk                                                                                                            gelb zitron intensiv  GG zizi Ii                                                                                                            dominant weiß/rez.weiß/satinet  Ff Kk Dsa - dsa  

achat azul/pastell + mosaik  SS dd obob uu

20. In welchen Erbfaktoren können Weibchen nicht Spalterbig sein?

in allen Geschlechtsgebundenen

21. nenne die  Symbolik dazu?

S-, s-, d-, sa-, pa-, gf-, iv-, u-

22. Was unterliegt einer multiplen Allele?

satinet (dsa) geschlechtsgebunden (dominant d zu sa )                                                                                                                                 

opal onyx (opop oxox) frei intermediär (Co-dominanz)                                                                                                            

phaeo topas (phphtptp) frei intermediär (Co-dominananz)

23. Was versteht man unter Co-dominanz?

beide Eigenschaften treten im Sichtbild intermediär (mittelnd) auf

24. Gibt es achat bzw. isabell satinet?

nein

25. warum?

Beide unterliegen einer multiplen Allele, beide Eigenschaften liegen am selben Allel (Genort) des Verdünnungsfaktors (dsa), darum nur spalterbig im Genotyp, somit keine im Phänotyp sichtbaren achat oder isabell Kanarien in satinet.

26. Gibt es demnach nur schwarz oder braun satinet?

ja   >   SS sasa schwarz satinet,   Ss sasa schwarz/braun satinet, 

ss sasa braun satinet

27. Wie wurden früher die Ivoor Vögel noch benannt?

Lipochrompastell > elfenbein für gelb > rosa für rot

28. Welche Wirkung hat der Ivoorfaktor auf die Fettfarbe?

Die Fettfarbe ist durch eine Strukturveränderung der Federzellen, nur noch abgeschwächt als Pastellfarbe (zarte Tönung) sichtbar.

29. Wie sind die Lipochromvögel entstanden?

Durch Melaninverdrängung – Selektion (Auslesezucht)

30. Was versteht man unter „Intermediär“?

Die Vererbung hält sich in der Mitte der Erbeigenschaften der beiden Eltern ZB. Große Figur x kleine Figur gibt mittlere Größe,  gelb x rot ergibt orange (spaltorange) ect.

31. Was ersteht man unter Variationsbreite?

Ist erlaubtes Abweichen der Erbgesetze, wenn die errechneten Werte abweichen z.B. dom. weiß x  färbig  errechnet 50% zu 50 %, fällt aber 25 % x 75% ect.

32. Welche 4. Farbstoffe weist der wilde Kanarienvogel auf?

gelbe Lipochrome, braune und schwarze Eu-Melanine, braune Phaeo-Melanine                                                                                  

33. Als was werden die Dunkelfarbstoffe (Pigmente) bezeichnet?

als Melanine

34. Wie entstanden die Isabell Vögel?

Durch Übertragung (Kombination) des Verdünnungsfaktors (achat) aus der Schwarzreihe) in die Braunreihe.

35. Wo und wie entstanden die Melaninpastell Vögel?

Durch Mutation bei einem holl. Züchter (Kollen) im Jahr 1957.   

Die Melaninpastelleigenschaft ging aus einem Isabellstamm hervor und wurde danach, durch Crossing Over auf die 4. Melaninfaktoren übertragen.

36. Ist der Grauflügel eine eigene Mutation?

nein – durch Selektion aus Melaninpastell entstanden

37. Beschreibe den Erbgang, aus der Verpaarung von …………………hervorgegangen Jungvögel?

aus braun x braun, sind auch Jv. in phaeo und Opalvögel gefallen: beide sind spalt in phaeo u. Opal

aus rot x rot, sind auch Jv. mit roten Augen gefallen: Hahn ist isabell faktorisch (sind Weibchen)

aus dom. weiß x gelb, sind auch Jv. in rezessive weiß gefallen: beide sind spalt in rez. weiß

aus schwarz x schwarz sind auch Jv. in isabell pastell gefallen: Hahn ist spalt in isabell u. pastell (sind Weibchen)

aus schwarz x schwarz, sind auch Jv. in satinet gefallen: Hahn ist spalt satinet (sind Weibchen)

aus schwarz x  braun, sind auch Jv. in achat gefallen: Hahn ist spalt achat (sind Weibchen)

aus achat x achat, sind auch Jv. in ivoor topas gefallen: Hahn spalt ivoor, beide spalt topas

39. Was ist aus der Verpaarung  achat topas x achat eumo zu erwarten?

Erbgang:      achat topas x achat euno (reinerbig)

                            SSdd tptp EuEu x  S-d-TpTp eueu

mögl. Eizellen                               möglichen Samenzellen

        X

SdtpEu

SdtpEu

 

 

 

 

 

SdTpeu

SSddTptpEueu

SSddTptpEueu

 

 

 

 

 

SdTpeu

SSddTptpEueu

SSddTptp Eueu

 

 

 

 

 

  - Tpeu

S-d-TptpEueu

S-d-TptpEueu

 

 

 

 

 

  - Tpeu

S-d- TptpEueu

S-d-TptpEueu

 

 

 

 

 

Ergebnis:  Männchen wie Weibchen     SSddTptpEueu – S-d-TptpEueu  > achat/topas/eumo  Sollte ein topas auch spalt eumo sein od. ein eumo/topas gibt es eben auch topas od. eumo

40. Was ist aus der Verpaarung  schwarz/braun/verdünnt, zu erwarten?

In einem Nest können sowohl Nachkommen aus der normalen Verpaarung (z.B.Weibchen in schwarz – isabell), als auch Nachkommen aus einem crossing – over liegen (z.B. Weibchen in schwarz-braun-achat-isabell).

41. Wie ist das Sichtbild dieses Vogels?

KK FF Gg Rr Ss Dd Ii   orange schwarz intensiv

42. Beschreibe die Mutation der Melaninstruktur für?

1.Schwarzvögel (S):Tiefschwarzes Melanin, durch Selektion aus dem wilden Kanariengirlitze.

2.Braun (s):  Die Mutation (vor 1700) dieses Genes bewirkt eine Umwandlung der schwarzen Eumelanine in braune  Eumelanine, ohne eine Veränderung der Phaeomelanine zu bewirken. Dies führt zum braunen Kanarienvogel. Diese Mutation bewirkt keine Verdünnung oder gar Reduzierung der Melanine, denn die Melanindichte bleibt gänzlich erhalten.                                                                                                                                

3.Achat (d): Die Mutation (1910 bei Meltor/Holland) dieses Genes bewirkt eine Reduzierung der Eu- und Phaeomelanine, in der Schwarzreihe (grauschwarzes Melanin).

4. Isabell (sd): Durch gezielte Übertragung (Kombination) des Verdünnungsfaktors (achat) aus der Schwarzreihe) in die Braunreihe.

5. Opal (op): Die Mutation (1949 Fürther -frei-achat bei Roßner/altenberg). Der Opalfaktor bewirkt eine völlige Verdrängung der braunen Phaeomelanine und lässt die Eumelanine beim Vögeln der Schwarzreihe bläulich grau erscheinen, bzw. bei Vögeln der Braunreihe bläulich braun grau erscheinen. Die Federunterseiten sind dunkler. (U. Feiter)

6. Melaninpastell (pa): Die Mutation (1957  bei Kollen/Holland). Der Melaninpastellfaktor bewirkt eine Verdünnung der Zeichnungsmelanine. Hierbei werden bei Vögeln der Schwarzreihe die schwarzen Eumelanine bzw. bei Vögeln der Braunreihe die braunen Eumelanine reduziert. Allerdings hat der Melaninpastellfaktor  keinen Einfluss auf das braune Phaeomelanin und die Eumelanine werden in keinster Weise zentriert. Hierdurch wirken die Übergänge von Phaeo- zu Eumelanin sichtbar undeutlicher (Schleierwirkung).

7. Grauflügel (gf): Durch Selektion (1968) aus Melnaninpastell  (papa x pa-).

8. Phaeo (ph):  Die Mutation ( 1964 bei Ceuppens/Belgien). Der Phaeofaktor bewirkt die vollständige Reduzierung des Eumelanins. Lediglich die Phaeomelanine säumen noch den Federrand. Bei Braun- und bei Schwarzvögeln bewirkt der Phaeofaktor eine eindrucksvolle Säumung – Art Schuppung,  durch die fehlenden Melanine. Die Vögel haben rote Augen. (u. Feiter)

9. Satinet (sa): Die Mutation (1966 in Holland) dieses Genes bewirkt die  vollständige Reduzierung  des schwarzen Eumelanin und Phaeomelanin. Das braune verdünnte Eumelanin bewirkt eine Zentrale feine Strichelung. Die Vögel haben rote Augen.

10. Topas (tp): Die Mutation (1976 bei Asheri/Italien). Der Topasfaktor bewirkt, eine  schwache Reduzierung des  Eumelanin,  konzentriert sich zum Federschaft hin (bei hellen Federkiel). Eigentlich verschiebt sich der Farbton des Eumelanins von Schwarz zu Braun. Die Rückenzeichnung wirkt selbst bei Schwarzvögeln mit voller Dichte unterbrochen. Der optische Blaufaktor verstärkt die Wirkung.

11. Eumo (eu): Die Mutation (1981 bei van Haff/Holland). Der Eumofaktor reduziert, wie beim Topas, die Eumelanine, die zur Federmitte hin zentriert werden. Diese Melaninzentrierung bewirkt selbst bei Schwarzvögeln eine unterbrochene Rückenzeichnung. Die Zeichnung beim Eumo erscheint jedoch prägnanter als die des Topas, da der Eumofaktor zusätzlich eine völlige Verdrängung der Phaeomelanine bewirkt. Hierdurch entsteht eine sehr klare, reine Zeichnung, die die Grundfarbe des Vogels deutlich und leuchtend hervorhebt. (U. Feiter)

12. Onyx (ox): Die Mutation (1986 bei Liorens/Spanien). Der Onyxfaktor (bei Schwarzvögel) bewirkt eine Veränderung des Phaeomelanins hin (Transformation) und zeigt in seinem Zeichnungsmelanin ein Maximum an Anthrazit- Schwarz. Hierdurch wirkt das Zeichnungsmelanin deutlich geprägter und sehr konzentriert. Es entsteht ein deutlich dunkleres (etwas Rußiges) Gesamtbild.

13. Kobalt (ko): Die Mutation (1994 bei Weber/Deutschland) ist gekennzeichnet durch eine deutliche stärkere Melanineinlagerung in der Fläche. Dadurch ist das Flächenmelanin im Unterschied zu den klassischen Schwarzvögel bis in den Bauch- und Kloakenbereich (auch bei den Mosaikvögel) ausgebreitet.                                           Die Konzentration des Melanins in Richtung der Federspitze bewirkt, dass durch die Überlagerung der Fettfarbe mit dem Flächenmelanin, diese weniger leuchtend ist und matter erscheint. Das Zeichnungsmelanin ist von der Kobalteigenschaft unberührt.

14. Superoxidation (so): Das Melanin superoxidierter Vögel erscheint generell dunkler. Schwarzvögel mit Superoxidationsfaktor zeigen durch die erheblich dunkleren Hornteile die Wirkung dieses Faktors am stärksten. Bereits im Nest kann man Jungvögel mit Superoxidationsfaktor bereits an der wesentlich dunkleren Hautfarbe und an den deutlich dunkler ausgefärbten Hornteilen erkennen. Braunvögel mit Superoxidationsfaktor erkennt man auch bereits im Nest an der dunkleren Hautfärbung und der gräulichen Färbung der Hornteile. Allerdings verblasst die dunklere Färbung der Hornteile mit zunehmendem Alter, bleibt jedoch erkennbar.                             Die doppelfaktorigen (soso) superoxidierten Vögel (Piel Negra - Vögel) haben leider die Eigenschaft, dass die Jungvögel nur schwerlich groß werden und nach dem flügge werden leider ständig mausern. Daher sind sie als Zuchtvögel nicht zu gebrauchen. (U. Feiter)

43. Was versteht man unter Textur?        Die Gefiederbeschaffenheit z.B. intensiv-schimmel-mosaik (fein-grob).